Ist die Wirkung von potenzfördernden Mitteln garantiert?

Im Jahr 1998 wurde Viagra mit dem Wirkstoff Sildenafil als Potenzmittel für Männer zugelassen, seither steht erstmals eine tatsächlich wirksame Substanz in Tablettenform zur Verfügung. Potenzmittel sind so alt wie die menschliche Kultur, jedoch längst nicht immer wirksam. In einigen Fällen verursachten frühere Mittel üble Nebenwirkungen, in anderen Fällen waren die Erfolgsaussichten nach der Anwendung gering. Das hat sich mit Viagra und den Nachfolgern Cialis und Levitra geändert, alle drei Mittel wirken bei rund 70 % aller Anwender. Wenn sie nicht wirken, sind vorrangig physiologische Ursachen und/oder schwerere psychische Probleme zu vermuten, die der ärztlichen Abklärung bedürfen. 

Pharmakologische Wirkprinzipien moderner Potenzmittel

Die Wirkprinzipien der pharmazeutischen Grundstoffe Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil ähneln sich. Sie hemmen das Enzym Phosphodiesterase-5 (PDE-5), das für den Erektionsabbau verantwortlich ist. Dieser ist normalerweise nötig, sonst käme es zu schmerzhaften Dauererektionen beim jüngeren, kerngesunden und sexuell aktiven Mann. Wenn aber die Erektion durch unterschiedliche Umstände gehemmt wird oder zu schwach ausfällt, kann ein PDE-5 Hemmer wieder zu einer normalen sexuellen Funktion beitragen. Die drei hauptsächlich angewendeten Potenzmittel, deren Erfolg unter normalen Voraussetzungen als vergleichsweise sicher gilt, sind:

  • Viagra mit dem Wirkstoff Sildenafil, erhältlich seit 1998, Wirkung nach 30 Minuten, hält rund vier Stunden an
  • Cialis mit dem Wirkstoff Tadalafil, erhältlich seit 2017, Wirkung nach rund zwei Stunden, hält etwa 17 Stunden an
  • Levitra mit dem Wirkstoff Vardenafil, erhältlich seit 2018, Wirkung nach einer Stunde, hält rund fünf Stunden an

Wie erkennbar ist, unterscheiden sich die Zeitabläufe bei den einzelnen Mitteln erheblich, was eine ihre Anwendung entsprechend indiziert. Wichtig zu wissen: Diese Potenzmittel wirken nur infolge sexueller Erregung. Wenn diese fehlt oder wenn durch eine Operation Nervenbahnen zum Penis vollständig unterbrochen wurden, helfen diese Potenzmittel nicht. Entsprechende Operationen können die Entfernung von Prostata oder Blase von Krebspatienten sein. Auch schwere Rückenmarks-, Damm– oder Beckenverletzungen durchtrennen oft diese Nervenbahnen. Eine vergleichsweise harmlose Beeinträchtigung ergibt sich durch Alkoholgenuss oder fettreiche Mahlzeiten. Beides verlangsamt die Resorption der Mittel durch den Organismus. Nach Alkoholgenuss kann auch die generelle Konzentration so beeinträchtigt sein, dass eine sexuelle Erregung nur noch schlecht funktioniert.